Es ist nicht damit getan, eine Photovoltaik-Anlage auf das Dach zu bauen. Nachhaltigkeit hat in der Hotellerie viele Gesichter. Im Gastwerk sind es zwei. Im Interview sprechen wir über die GreenSign Zertifizierung – und darüber, was das für das Design Hotel bedeutet.

Nachhaltigkeit ist in Hotels längst mehr als ein Schlagwort – es gehört zu den zentralen Anliegen eines modernen Hauses. In einer Welt, in der Umweltbewusstsein und soziale Verantwortung an Bedeutung gewinnen, setzt auch das Gastwerk vermehrt auf Nachhaltigkeit, um sowohl den ökologischen Fußabdruck zu minimieren als auch den Wünschen der Gäste gerecht zu werden.

Nicht bloß Technik, sondern eine Haltung

Dabei geht es nicht darum, mit aufsehenerregenden Technologien zu blenden. Der Fokus liegt darin, einen modernen Spirit im Haus zu fördern und diesen Geist auf alle Bereiche zu übertragen. Das Gastwerk wird seine Energieeffizienz steigern, noch mehr Regionalität leben und den Ressourcenverbrauch reduzieren. Und das ohne Komforteinbußen für die Gäste. Denn das erste Design-Hotel Hamburgs wird seinen Ansprüchen treu bleiben.

Nachhaltigkeit hat auch eine soziale Komponente. Das Gastwerk unterstützt lokale Gemeinschaften und kulturelle Vielfalt, toleriert Diversität und bietet faire Arbeitsbedingungen. Denn unsere Gäste suchen vermehrt nach Unterkünften, die nicht nur erstklassigen Service bieten, sondern auch einen positiven Beitrag leisten – zur Umwelt und zur Gesellschaft.

Im Gastwerk hat Nachhaltigkeit viele Gesichter

Im Gastwerk gibt es zwei Verantwortliche für das Thema Nachhaltigkeit: Nikolai Wacker, Direktionsassistent, seit 2019 im Haus, und Till Johannsen, Assistent im Bereich Food & Beverage, seit knapp einem halben Jahr im Gastwerk. Im Interview geht es um ein Zertifikat, mit dem eine besondere Reise beginnt.


Wir haben es schon gesehen, das GreenSign hängt im Eingangsbereich. Was ist die Geschichte dahinter?

Nikolai: Das Thema beschäftigt uns schon länger. Und im Februar haben wir uns dann intensiver damit befasst, Prozesse zu überdenken, Richtlinien zu verfassen und neue Vorgehensweisen zu implementieren. Im April haben wir die Ausschreibungsunterlagen für die GreenSign Zertifizierung angefordert. Und Mitte Oktober war dann jemand von GreenSign bei uns im Haus für das finale Audit.

Worum ging es?

Nikolai: Die Dame hat sich unsere Unterlagen zeigen lassen, einzelne Prozesse hinterfragt, Abläufe geprüft, ist sogar in unser Lager gegangen, um zu checken, ob da auch wirklich die Reinigungsmittel stehen, von denen wir angeben sie zu nutzen.

Till: Ich muss sagen, es war ein verblüffend gründlicher Prozess. Es gibt ja viele Zertifikate. Uns war es wichtig, ein Vertrauenswürdiges gewählt zu haben. Denn wir wollen ja auch dahinter stehen können, damit man uns nicht vorwerfen kann, wir würden Greenwashing betreiben. Die Art und Weise wie es durchgeführt wurde, hat überzeugt.

Wie wird es jetzt weiter gehen?

Nikolai: Die Plakette haben wir bereits erhalten und damit die Bestätigung, dass wir Level 4 vorgeprüft sind. Es geht von Level 1, dem niedrigsten, bis Level 5. Jetzt warten wir noch auf den Abschlussbericht.

Till: Die Zertifizierung gilt für drei Jahre und ist wie ein Kick-Off für unsere Reise in die Nachhaltigkeit. Wir haben inzwischen sogar ein Green Team aufgestellt. So ein Projekt wird ja, selbst wenn wir das nächste Level erreichen, nie abgeschlossen sein. Wir reden heute über Ansätze in der Nachhaltigkeit, die in 10, 20 Jahren sicherlich oldschool sind. Der Zertifierzungsprozess war deshalb auch eine gute Gelegenheit, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern abzuholen und zu zeigen: Es passiert etwas, wir haben ein gemeinsames Ziel - und am Ende wird das auch gesehen.

Was waren zu Beginn die größten Herausforderungen?

Till: Am Anfang konnte man das Thema Nachhaltigkeit gar nicht richtig greifen. Jeder hat eine Meinung dazu, überall schien es Prozesse zu geben, an die man Hand anlegen könnte. Da war der Zertifizierungsprozess sehr hilfreich. Jetzt haben wir uns auf Ziele für das Gastwerk verständigt.

Nachhaltigkeit ist ein komplexes Thema, wirksam in vielen Bereichen und doch vielfach unsichtbar. Wie kommuniziert ihr es?

Till: Auch dafür gibt es das Green Team. Wir überlegen uns diverse Projekte, die wir in die einzelnen Abteilungen weiter tragen. Unser Traum ist, dass am Ende alle im Hotel an einem Strang ziehen – und alle Prozesse auf Nachhaltigkeit ausgerichtet sind.

Nikolai: Und auch die Kommunikation gegenüber den Gästen ist etwas, worüber wir im Green Team nachdenken. Denn wir wollen einen großen Schritt machen – ohne Auswirkung auf die Qualitätsstandards im Gastwerk.

Fotos: Susanne Baade

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