Der Backstein des Design Hotels Gastwerk scheint das letzte Hamburger Winterlicht ein wenig gespeichert zu haben. Wie sonst lässt sich die wohlige Wirkung erklären? Stimmen wispern in der hohen Lobby, Gläser klirren leise an der Bar Mangold. Und genau jetzt entsteht ein Moment, der mit einer Frage beginnt: Havin? Was soll das heißen? Habt ihr ein „g“ vergessen? Aber nein, der Name stammt aus dem Kurdischen und bedeutet Sommer. Kreiert wurde dieser Drink von Barkeeper Deniz Demir. Er wollte einen Drink kreieren, der ihn an die Kindheit in seiner Heimat erinnert - an die heißen Tage, reif und schwer hingen die Brombeeren an den Sträuchern und wurden von den Kindern gegessen. Und weil der Sommer nach Brombeeren schmeckt, ist unser Signature Drink Havin eine Hommage an diesen Geschmack. Keine laute Nostalgie, sondern ein stilles Wiederfinden.

Signature Drink Havin – wenn Erinnerung ins Glas fließt

Havin entsteht aus wenigen, klaren Zutaten: Brockmans Gin, Chambord Brombeerlikör, der Saft frisch gepresster Zitronen, Rohrzucker, frische Brombeeren. Aufgegossen wird zum Schluss mit Champagner. Das Ergebnis ist präzise, nicht verspielt. Die Frucht bleibt präsent, aber kontrolliert. Die Frische setzt einen Kontrapunkt, der Alkohol trägt, ohne zu dominieren.
Havin erzählt keine Geschichte mit großen Gesten. Er arbeitet mit Textur, Temperatur und Timing. Die Brombeere erinnert an warme Tage, an Hände, die sich verfärben, an Süße ohne Überfluss. Der Champagner hebt das Ganze an – nicht feierlich, sondern klar. Genau deshalb funktioniert Havin als Winterdrink. Er wärmt nicht durch Schwere, sondern durch Haltung.

Ein Winterdrink mit Sommer im Namen

Dass Havin im Winter serviert wird, ist kein Widerspruch. Erinnerungen folgen keinem Kalender. Gerade wenn die Tage kürzer werden, gewinnen Aromen an Bedeutung, die weiter tragen. Havin greift diesen Moment auf. Der Drink lenkt den Blick nach innen.
Für den Jahreswechsel nimmt uns so ein Drink mit, entfaltet seine eigene Präsenz. Kein klassischer Countdown-Cocktail, kein lautes Glas zum Anstoßen. Havin begleitet den Übergang und markiert den Moment zwischen dem, was war, und dem, was kommt. Und schmeckt dabei grandios.

Die Bar Mangold – Raum für klare Handschriften

Die Bar im Gastwerk bietet den passenden Rahmen. Backstein, Eisen, gedämpftes Licht. Hier wirken Drinks über Substanz, nicht über Effekte. Havin fügt sich ein, als wäre er schon immer Teil der Karte gewesen. Ein Signature Drink im Gastwerk, der Herkunft spürbar macht, ohne sie auszustellen.
Und wenn Deniz den Drink zubereitet, dann entsteht nicht nur eine großartiger Cocktail. Denn die Kreation wird auch begleitet von einer persönlichen Geschichte. Keine Erklärung am Glasrand, kein Storytelling auf Zuruf. Der Drink spricht selbst. Wer möchte, hört zu.

Fazit

Havin ist ein Signature Drink, der leise bleibt und genau dadurch überzeugt. Ein Winterdrink, der Sommer bedeutet. Serviert im Gastwerk, getragen von Erinnerung, Präzision und Ruhe. Man trinkt ihn langsam. Und nimmt etwas mit, das bleibt – auch wenn das Glas längst leer ist.

Fotos: Susanne Baade

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