Kunst-Schatz: Die Caspar David Friedrich Werkschau in Hamburg ist ein Highlight, das Ideal in unsere Zeit passt

Caspar David Friedrich, einer der herausragenden Künstler der deutschen Romantik, schuf Werke von zeitloser Schönheit, die auch heute noch tiefgreifende Emotionen wecken. Die Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle gewährt einen faszinierenden Einblick in das Schaffen des vor 250 Jahren geborenen Malers. Und noch mehr: Mit ergänzenden zeitgenössischen Werken betont sie die Relevanz von Caspar David Friedrichs Kunst bis in die Gegenwart.
Dabei beeindruckt Friedrich auch heute noch durch seine einzigartige Fähigkeit, nicht nur die Natur abzubilden, sondern ihre emotionale Tiefe zu erfassen.Seine Landschaften sind mehr als physische Orte – sie spiegeln die Gefühlswelt des Malers und des Betrachters wider. Gemälde wie „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ verweben die Schönheit der Natur mit der Einsamkeit des menschlichen Daseins und schaffen eine sinnliche und spirituelle Dimension.
Hervorzuheben ist auch Friedrichs meisterhafte Verwendung des Lichts. Subtile Schattierungen und Kontraste erzeugen eine Atmosphäre, die die Betrachter in die Szenerie eintauchen lässt. Seine Bilder sind oft von einer mystischen Ruhe durchzogen, die tiefe Kontemplation und innere Einkehr provoziert.
Die Ausstellung in der Kunsthalle ermöglicht es, die Entwicklung von Friedrichs Stil – von seinen frühen romantischen Werken bis zu den späteren, oft melancholischen Gemälden – zu verfolgen. In seiner Kunst spiegelt sich eine faszinierende persönliche Reise wider. Die Vielfalt seiner Motive, von majestätischen Gebirgen bis zu verträumten Mondnächten, zeugt von einer tiefen Verbundenheit mit der Natur und einer fortwährenden Suche nach spiritueller Bedeutung.
Wanderer über dem Nebelmeer,
um 1817
Öl auf Leinwand, 94,8 x 74,8 cm Dauerleihgabe der Stiftung Ham- burger Kunstsammlungen
© SHK / Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford

Selbstbildnis mit aufgestütztem Arm, um 1802
Feder in Braun über Bleistift, 26,7x21,5cm Hamburger Kunsthalle, Kupferstich- kabinett
© Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Christoph Irrgang

Warum sollte man heute eine solche Ausstellung besuchen? Friedrichs Werke bieten einen Zufluchtsort vor der Hektik des modernen Lebens und laden dazu ein, innezuhalten und die Schönheit der Welt zu betrachten. Seine Kunst erinnert daran, dass die Natur nicht nur ein äußerer Raum ist, sondern auch ein innerer Zustand der Seele. In einer Welt, die von Technologie und Schnelllebigkeit geprägt ist, bietet die Begegnung mit Friedrichs Gemälden eine Gelegenheit zur Entschleunigung und zur Wiederentdeckung der eigenen Spiritualität.
Zusätzlich regt die Ausstellung einen Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart an. Friedrichs Themen – Natur, Einsamkeit, die Suche nach Bedeutung – sind heute aktueller denn je. Seine Werke schlagen eine Brücke über die Zeiten, von den Sehnsüchten des 19. Jahrhunderts zu den Herausforderungen unserer modernen Welt.
Das Gastwerk schenkt einen ganz eigenen Blick in die Vergangenheit – Industrieromantik statt Romantik. Die historischen Fabrikhalle aus dem Jahre 1896 mit ihrer warm-roten Backsteinfassade, dem mächtigen Turm und den großen Fenstern, war ein typisches Beispiel für jene Mischung aus Funktionalität und Jugendstil, die die Industriearchitektur der Jahrhundertwende prägte. Zeichen dieser Zeit finden aufmerksame Betrachter überall im Haus.
In der Bar Mangold sitzt es sich wunderbar, um bei einem Drink über das Gesehene nachzudenken und eigene Sehnsüchte zu spüren.
Kehinde Wiley (*1977)
The Prelude (Ibrahima Ndiaye und El Hadji Malick Gueye), 2021
Öl auf Leinwand, 387,2 x 305 cm Rennie Collection, Vancouver Courtesy of the artist und Stephen Friedman Gallery, London
© Kehinde Wiley

Kreidefelsen auf Rügen, 1818
Öl auf Leinwand, 90 x 70 cm
Kunst Museum Winterthur, Stiftung Oskar Reinhart
© Foto: SIK-ISEA, Zürich / Philipp Hitz


Werk Auftakt: Der Mönch am Meer, 1808–1810
Öl auf Leinwand, 110 x 171,5 cm Staatliche Museen zu Berlin, Alte Nationalgalerie
© bpk / Nationalgalerie, SMB / Andreas Kilger
Erstes Werk: Mondaufgang am Meer, 1822
Öl auf Leinwand, 55 x 71 cm Staatliche Museen zu Berlin, Alte Nationalgalerie
© bpk / Nationalgalerie, SMB / Jörg P. Anders
Bar: Susanne Baade

