Hamburg ist Hafenstadt, Metropole und Wirtschaftsstandort. Und gleichzeitig Lebensraum für erstaunlich viele Tiere und Pflanzen. Immer mehr touristische Angebote machen diese Natur erlebbar.
Zwischen Elbstrand und Moor, zwischen Heide und Watt summt, blüht und flattert eine Vielfalt, die man einer Millionenstadt kaum zutrauen würde. Auch das ist Hamburg – eine der grünsten Metropolen in Europa. Im Gastwerk gehört der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen und Umwelt seit vielen Jahren fest zur Haltung des Hauses. Es ist Teil unseres Selbstverständnisses. Unser Streben für Nachhaltigkeit zeigt sich mitunter in technischen Maßnahmen und relevanten Zertifizierungen, die wir anstreben. Sie beginnt oft mit Aufmerksamkeit. Wer versteht, wie vielfältig die Natur vor der eigenen Haustür ist, betrachtet die Stadt mit anderen Augen.
Hamburg bietet dafür überraschend viele Möglichkeiten.
Naturführungen: Die Wildnis der Großstadt entdecken
Es gibt Orte in Hamburg, an denen man das Gefühl bekommt, die Stadt liege plötzlich viele Kilometer entfernt. Die Fischbeker Heide im Süden gehört dazu ebenso wie der Wohldorfer Wald oder das Duvenstedter Brook im Nordosten. Bei geführten Wanderungen erzählen Naturpädagoginnen und Ranger von seltenen Pflanzen, von Wildbienen und Amphibien, von alten Buchenwäldern und den komplizierten Beziehungen innerhalb eines Ökosystems. Wer aufmerksam zuhört, entdeckt Dinge, an denen viele achtlos vorbeigeht: die Flugbahn einer Hummel, die Rinde eines alten Baumes oder die erstaunliche Leistung eines Moores als natürlicher Kohlenstoffspeicher.
Warum hingehen?
Weil Naturwissen die Landschaft verändert. Wer einmal gelernt hat, eine Wildbiene von einer Honigbiene zu unterscheiden, sieht plötzlich überall Leben.
Termine und Buchung:
Die Loki Schmidt Stiftung bündelt in ihrem Veranstaltungskalender Führungen durch die Fischbeker Heide, Moore und weitere Hamburger Naturräume. Individuelle Touren durch die Fischbeker Heide vermitteln außerdem die Loki Schmidt Naturführenden. Für das Duvenstedter Brook und den Wohldorfer Wald bietet der NABU Hamburg naturkundliche Führungen und Umweltbildungsangebote an.
Anreise vom Gastwerk:
Die Fischbeker Heide erreichen Sie bequem mit der S-Bahn bis Neugraben. Wohldorfer Wald und Duvenstedter Brook liegen an der U1 Richtung Ohlstedt und Großhansdorf.
Birdwatching: Hamburg hebt ab
Wer morgens früh an den Ufern der Elbe oder an einem der Hamburger Seen unterwegs ist, hört sie oft erst und entdeckt sie – mit etwas Glück – später: Eisvögel, Graugänse, Kraniche, Rohrweihen oder seltene Watvögel gehören längst zum festen Inventar der Stadt und ihres Umlands. Geführte Vogelbeobachtungen erfreuen sich seit einigen Jahren wachsender Beliebtheit. Und das aus gutem Grund. Mit Fernglas und fachkundiger Begleitung wird aus einem Spaziergang schnell eine kleine Expedition. Besonders spannend sind die unterschiedlichen Lebensräume Hamburgs. Zwischen Tideelbe, Mooren, Wäldern und Feuchtgebieten finden erstaunlich viele Arten geeignete Brut- und Rastplätze. Ein eigenes Fernglas ist hilfreich. Doch in der Gruppe ist immer eins verfügbar. Und so erschließt sich viel mehr als nur die Vogelwelt der Stadt.
Warum hingehen?
Weil kaum etwas entschleunigt wie zehn Minuten lang auf das Auftauchen eines Eisvogels zu warten.
Termine und Buchung:
Der Veranstaltungskalender des NABU Hamburg führt regelmäßig vogelkundliche Exkursionen in verschiedenen Stadtteilen und Naturschutzgebieten auf. Besonders einsteigerfreundlich ist die traditionsreiche Reihe „Was singt denn da?“. Auch der Loki-Schmidt-Garten veranstaltet vogelkundliche Führungen durch den Botanischen Garten. Da Teilnehmerzahlen häufig begrenzt sind, empfiehlt sich eine frühzeitige Anmeldung.
Anreise vom Gastwerk:
Die Veranstaltungsorte wechseln. Viele Touren lassen sich gut mit S- oder U-Bahn erreichen. Zum Loki-Schmidt-Garten fährt die S1 bis Klein Flottbek. Auch die Naturschutzgebiete entlang der Elbe oder im Norden der Stadt sind mit S- und U-Bahn gut erreichbar.
Urban Gardening: Wenn die Stadt wieder Wurzeln schlägt
Tomaten zwischen Backsteinfassaden, Kräuterbeete auf ehemaligen Industrieflächen und Gemeinschaftsgärten mitten in der Großstadt: Urban Gardening gehört längst zu Hamburgs nachhaltiger Stadtkultur. Die Projekte zeigen, wie Biodiversität und Lebensmittelproduktion auch im urbanen Raum funktionieren können und wie Grünflächen Lebensraum für Insekten und Vögel schaffen. In vielen Gemeinschaftsgärten sind Besucher willkommen, manche bieten sogar Workshops oder Mitmachaktionen an.
Warum hingehen?
Weil man hier erlebt, dass Nachhaltigkeit nicht abstrakt ist, sondern riecht, wächst und geerntet werden kann.
Termine und Informationen:
Einen guten Überblick über Hamburger Projekte bietet der Beitrag zum Urban Gardening von Hamburg Tourismus sowie die verschiedenen Initiativen im Stadtgebiet.
Anreise vom Gastwerk:
Viele Projekte liegen in Altona, Ottensen oder der HafenCity und sind bequem mit Fahrrad oder S-Bahn erreichbar.
Die Stadt summt: Hamburgs Welt der Wild- und Honigbienen
Hamburg gehört zu den überraschend bienenfreundlichen Großstädten Europas. Parks, Lindenalleen, Kleingärten und begrünte Innenhöfe bieten ein vielfältiges Nahrungsangebot für Bestäuber. Gleichzeitig wächst das Interesse an Stadtimkerei und dem Schutz von Wildbienenarten stetig. Projekte wie „Hamburg summt“ oder Führungen rund um urbane Bienenhaltung vermitteln, welche Rolle Insekten für Biodiversität, Ernährung und Stadtökologie spielen.
Warum hingehen?
Weil ein einziger Quadratmeter Blühfläche oft mehr über Artenvielfalt erzählt als viele Statistiken.
Termine und Buchung:
Aktionen, Exkursionen und Veranstaltungen rund um Wildbienen und Stadtimkerei werden regelmäßig im Rahmen von „Hamburg summt“ sowie von Umweltverbänden und Bildungseinrichtungen angeboten.
Anreise vom Gastwerk:
Je nach Veranstaltungsort mit Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln – oft liegen die Angebote mitten in der Stadt.
Wattwanderung nach Neuwerk: Unterricht unter freiem Himmel
Nur wenige Großstädte besitzen einen Nationalpark. Hamburg gehört zu den Ausnahmen. Das Hamburgische Wattenmeer rund um die Insel Neuwerk gehört seit 1990 zum Nationalpark und seit 2011 zum UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer. Bei geführten Wattwanderungen lernen Besucher eine Landschaft kennen, die auf den ersten Blick leer erscheint und tatsächlich zu den produktivsten Ökosystemen Europas zählt. Wattwürmer, Muscheln, Krebse und unzählige Vogelarten prägen diesen Lebensraum zwischen Ebbe und Flut. Gleichzeitig wird sichtbar, wie empfindlich dieses Gleichgewicht auf Veränderungen reagiert. Und, ja, auch das ist Hamburg.
Warum hingehen?
Weil man selten die Gelegenheit bekommt, buchstäblich auf dem Meeresboden spazieren zu gehen.
Termine und Buchung:
Konkrete Termine für geführte Touren von Cuxhaven nach Neuwerk bietet beispielsweise Wunderwelt Watt. Dort lassen sich sowohl die mehrstündige Neuwerk-Wanderung als auch kürzere Schnupper-, Priel- und Familientouren auswählen. Einen Überblick über geprüfte Führungen und Veranstaltungen gibt außerdem der Veranstaltungskalender des Nationalparks Wattenmeer. Informationen zu Führungen auf der Insel sowie zu Touren Richtung Scharhörn bietet das Nationalpark-Haus Neuwerk.
Wichtig:
Die Wanderung nach Neuwerk sollte nur mit ortskundiger Führung und passend zur Tide unternommen werden. Wetter, Wasserstand und Verlauf der Priele können die Bedingungen kurzfristig verändern.
Anreise vom Gastwerk:
Mit Bahn oder Auto nach Cuxhaven und von dort per Schiff oder Wattwagen weiter nach Neuwerk.

Der Lange Tag der StadtNatur: Hamburg geht nach draußen
Wenn Hamburg im Juni den Langen Tag der StadtNatur feiert, verwandelt sich eine Metropole in einen offenen Naturcampus. Das Programm reicht von Kanutouren durch Fleete und Fahrradausflügen in Schutzgebiete bis zu Fledermausführungen, botanischen Spaziergängen und Workshops zum Artenschutz. Einige Veranstaltungen öffnen Flächen, die gewöhnlich nicht öffentlich zugänglich sind. Andere lenken den Blick auf Parks, Gewässer und Brachen, an denen viele Hamburger täglich vorbeikommen, ohne ihre ökologische Bedeutung zu kennen. Der Lange Tag der StadtNatur 2026 fand am 13. und 14. Juni unter dem Schwerpunktthema „Alles fließt“ statt. Künftige Termine und das jeweils aktuelle Programm veröffentlicht die Loki Schmidt Stiftung auf der offiziellen Veranstaltungsseite.
Warum hingehen?
Weil die Veranstaltung zeigt, wie vielfältig Naturerlebnisse in einer Großstadt sein können – zu Fuß, auf dem Fahrrad, im Boot und gelegentlich sogar mitten in der Nacht.
Programm und Buchung:
Alle Informationen finden sich auf der offiziellen Website Langer Tag der StadtNatur Hamburg. Sobald das neue Programm veröffentlicht ist, können dort die einzelnen Touren ausgewählt und – sofern erforderlich – gebucht werden. Das Archiv vermittelt schon jetzt einen guten Eindruck von der Bandbreite der Angebote.
Warum hingehen?
Weil man innerhalb eines Wochenendes mehr über Hamburgs Natur lernen kann als in manchem ganzen Jahr.
Anreise vom Gastwerk:
Je nach Veranstaltungsort mit Fahrrad, Bus, S- oder U-Bahn – die Wege innerhalb Hamburgs sind erfreulich kurz.
Biodiversität beginnt vor der Hoteltür
Das Thema Artenvielfalt beginnt nicht erst im Nationalpark oder im Naturschutzgebiet. Auch Städte können wertvolle Lebensräume schaffen – mit naturnahen Grünflächen, blühenden Pflanzen und dem bewussten Umgang mit Ressourcen. Das Gastwerk verfolgt diesen Gedanken seit vielen Jahren im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsstrategie und seines Engagements im Bereich GreenSign. Die Verbindung von Gastfreundschaft, verantwortungsvollem Handeln und einem respektvollen Umgang mit der Umwelt gehört zur DNA des Hauses – ganz selbstverständlich und ohne große Gesten.
Vielleicht ist genau das die schönste Erkenntnis dieser Ausflüge: Biodiversität ist kein abstrakter Begriff aus wissenschaftlichen Studien oder Nachhaltigkeitsberichten. Sie singt morgens im Baum vor dem Fenster, summt über einer Blüte am Wegesrand und zieht als Schwarm über die Elbe. Man muss nur hinschauen.
Fotos: Christian Brandes/-, Doublevision/Mediaserver Hamburg, Susanne Baade, Pixabay









