Im Auf und Ab der Gezeiten prägt der Strom das Bild der Stadt. Es gibt viel zu sehen: große und kleine Schiffe, spektakuläre Architektur und ein Kult-Kiosk am Strand
Wie kein anderes Element prägt die Elbe die Stadt – als pulsierende Lebensader beeinflusst sie Wirtschaft, Kultur und Freizeit. In jüngster Zeit hat sich der Fluss immer mehr zu einem beliebten Ort für Freizeit und Erholung entwickelt. Von entspannten Spaziergängen entlang ihrer Promenaden über sportliche Aktivitäten bis hin zu kulturellen Veranstaltungen – die Möglichkeiten sind vielfältig. Im Gastwerk Blog stellen wir sieben Highlights am Fluss vor.
1. Überblick verschaffen: Elbphilharmonie Plaza
Zunächst einmal verschaffen wir uns einen Überblick. Dafür fahren wir mit einer schier endlos langen Rolltreppe (das braucht etwas Geduld, hat aber durchaus meditative Aspekte) auf die Elbphilharmonie Plaza. Die Aussichtsplattform erstreckt sich auf dem Backsteinsockel des historischen Kaispeichers, über dem sich die kühne, wellenförmige Glaskonstruktion erhebt. Von diesem Ort an der westlichen Spitze der HafenCity genießen wir einen 360°-Panorama-Blick. Wer online reserviert, zahlt 3 Euro (und hat damit garantiert Zugang zur gewünschten Uhrzeit), ein spontaner Besuch ist kostenlos (wenn noch Plätze frei sind).
2. Flanieren und Schiffe gucken: Jan-Fedder-Promenade
Zwischen den U-Bahn-Stationen Baumwall und Landungsbrücken verläuft die Jan-Fedder-Promenade, benannt nach dem Hamburger Schauspieler, der in der Serie „Großstadtrevier“ den Polizeikommissar spielte. Die Promenade ist eigentlich eine Flutschutzanlage, diese wurde aber so elegant gestaltet von der Architektin Zaha Hadid, dass sie ein schöner Ort des Flanierens und Verweilens ist. Geschwungene Treppen öffnen sich zur Elbe. Wir setzen uns auf die Stufen und sehen auf die Elbe und den Hafen wie auf eine Bühne. Der Blick fällt auf zwei Museumsschiffe: An der Überseebrücke liegt die Cap San Diego, ein historischer Stückgutfrachter, an den Landungsbrücken hat der 1896 gebaute Frachtsegler Rickmers Rickmers festgemacht. Ein Besuch lohnt sich.
3. Die Seite wechseln: Alter Elbtunnel
Einmal unter der Elbe durch führt der Alte Elbtunnel. Seit 1911 verbindet er die Landungsbrücken mit dem Hafengebiet auf der im Süden der Stadt gelegenen Insel Steinwerder. Bei seiner Eröffnung galt der Tunnel als technische Sensation. Radfahrer und Fußgänger durchqueren ihn rund um die Uhr kostenlos. Mit dem Fahrstuhl oder über die 132 Eisenstufen der historischen Treppenanlage geht es in die Tiefe. 24 Meter unter dem Wasserspiegel ist es immer schön kühl und trocken. Von der anderen Elbseite aus präsentiert sich die Skyline Hamburgs besonders eindrücklich.
4. Fast eine kleine Kreuzfahrt: Die HADAG-Fähre Linie 62
Die HADAG Linie 62 ist die beliebteste der Hamburger Hafenfähren. Kenner schätzen sie als günstige Alternative zur klassischen Hafenrundfahrt. Die Route führt von der Haltestelle auf den Landungsbrücken, Brücke 3, elbaufwärts entlang vieler Sehenswürdigkeiten. Das Schiff hält am Fischmarkt, am Dockland, am Museumshafen Oevelgönne, kreuzt dann die Elbe und hält in Finkenwerder. Hier kann man einen kleinen Spaziergang machen, ein Fischbrötchen essen und fährt dann zurück zu den Landungsbrücken, die Elbphilharmonie immer im Blick. „Achtung bitte, die Gangway wird bewegt!“
5. Schiff aus Stein: Dockland
Die Form eines schnittigen Parallelogramms zeichnet dieses sechsgeschossige Gebäude aus Glas und Stahl aus. Etwa 40 Meter kragt sein „Bug” über die Elbe aus, es sieht aus, als würde das Bürohaus gleich ablegen. Die „schräge“ Architektur ist ein Entwurf von Hadi Teherani. Und der hat hier noch eine ganz besondere Idee verwirklicht – und auf dem Dach eine Aussichtsplattform eingerichtet. 136 Treppenstufen aus Holz und Glas führen hinauf. Wer diese erfolgreich gemeistert hat, wird mit einem wunderschönen Ausblick auf den Köhlbrandhafen und die Container-Terminals belohnt.
6. Alte Pötte gut in Schuss: Museumshafen Oevelgönne
Alte Dampfschiffe, historische Segler, das älteste seegängige Feuerschiff der Welt und ein Schwimmkran: An den Kais des Museumshafens liegt eine faszinierende Flotte völlig unterschiedlicher Schiffe und Wasserfahrzeuge. Alle stammen aus der Zeit zwischen 1880 bis 1960, waren auf der Nordsee oder im Hamburger Hafen unterwegs. Die Exponate werden liebevoll gepflegt und sind deshalb noch voll funktionsfähig. Ist mal ein Liegeplatz leer, denn nimmt der fehlende Oldtimer wahrscheinlich an einem historischen Event teil. Wer neugierig ist, sollte sich nicht scheuen, die Besatzungsmitglieder auf den Schiffen anzusprechen. Sie beantworten Fragen der Besucher gern und zeigen ihnen das Schiff.
7.Kult-Kiosk am Elbstrand: Strandperle
Mit den Füßen im Sand und mit Blick auf einen der vorbeifahrenden Pötte Snacks und Drinks genießen: So fühlt sich Hamburg im Sommer an. Sobald die Sonne scheint, zeigt sich die Hansestadt von ihrer mediterranen Seite. Dann trifft man sich am Elbstrand zum Picknick und genießt das süße Leben. Einer der schönsten Orte dafür ist der Kult-Kiosk Strandperle. Zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts genoss man hier in langen Badekleidern im Wasser die Getränke der Altonaer Milchhalle. Heute sitzen wir in Liegestühlen am Ufer und heben unser Glas auf den Sonnenuntergang.
Wer unsere Gastwerk-Tipps für einen Tag an der Elbe erleben möchte, fährt mit S- und U-Bahn bis zur U3-Station Baumwall/Elbphilharmonie und beginnt dort mit Tipp 1. Danach bewegt man sich bis Tipp 7 elbabwärts und lässt den Abend am Elbstrand ausklingen. Genießen Sie den Sommer am Strom!
Fotos: Susanne Baade











